Rassismusmonitoring Frauen*gesundheit
Rassismus und intersektionale Diskriminierung in der Frauen*gesundheit sichtbar machen
Das Rassismus-Monitoring von NURA.Leipzig e.V. dokumentiert Diskriminierungserfahrungen, berät und unterstützt betroffene Frauen* und sensibilisiert Fachpersonal im Gesundheitswesen.
In einem geschützten Rahmen erhalten Frauen*/FLINTA mit Migrations- und/oder Fluchterfahrung die Möglichkeit, über ihre Erfahrungen zu sprechen, Unterstützung zu erfahren und das Erlebte zu verarbeiten und zu integrieren.
Kurz erklärt: Worum geht es?
Rassistische und intersektionale Diskriminierung gehören für viele Frauen* im Gesundheitssystem zum Alltag – bleiben jedoch häufig unsichtbar. Mit dem Monitoringprojekt machen wir diese Erfahrungen sichtbar, sammeln sie systematisch und setzen uns für strukturelle Veränderungen ein.
Das Projekt verbindet Dokumentation, Beratung und Sensibilisierung. Betroffene Frauen* erhalten Unterstützung, während die anonymisierten Erkenntnisse in politische Arbeit, Öffentlichkeitsarbeit und Qualitätsentwicklung einfließen.
Was ist das Monitoring?
Das Monitoring erfasst Erfahrungen von rassistischer und intersektionaler Diskriminierung im Kontext der Frauen*gesundheit – etwa in gynäkologischen Praxen, Kliniken, bei Schwangerschaft, Geburt oder reproduktiver Gesundheitsversorgung.
Die Meldungen werden anonymisiert ausgewertet. Ziel ist es, Muster und strukturelle Problemlagen sichtbar zu machen und auf dieser Grundlage Veränderungen im Gesundheitswesen anzustoßen.
Beratung & Unterstützung für Betroffene
Frauen*, die Diskriminierung im Gesundheitssystem erlebt haben, können sich an uns wenden. Wir hören zu, nehmen Erfahrungen ernst und unterstützen niedrigschwellig und vertraulich.
Die Unterstützung kann z. B. beinhalten:
- Gesprächs- und Erstberatung
- Unterstützung bei einer Meldung oder Beschwerde
- Orientierung im Gesundheitssystem
- Vermittlung von Sprachmittlung für deinen Ärzt*innentermin
Eine Meldung ist anonym möglich. Es findet keine Weitergabe an Behörden statt.
Warum ein Rassismus-Monitoring?
Rassismus im Gesundheitswesen wird häufig individualisiert und selten als strukturelles Problem benannt. Gleichzeitig fehlen belastbare Daten aus der Perspektive betroffener Frauen*.
Monitoring ist ein zentrales menschenrechtsbasiertes Instrument, um Diskriminierung systematisch zu erfassen, sichtbar zu machen und politische sowie institutionelle Veränderungen einzufordern.
Sensibilisierung & Zusammenarbeit mit Fachpersonal
Ein weiterer Schwerpunkt des Projekts ist die Sensibilisierung von medizinischem und sozialem Fachpersonal. Ziel ist es, rassistische und intersektionale Diskriminierung im Gesundheitswesen zu erkennen, zu reflektieren und abzubauen.
Wer kann melden?
- Frauen*, die selbst Diskriminierung im Gesundheitswesen erlebt haben
- Begleitpersonen oder Angehörige
- Fachkräfte, die Diskriminierung beobachten
Haltung & Prinzipien
Das Monitoringprojekt arbeitet:
- menschenrechtsbasiert
- feministisch und intersektional
- parteilich für Betroffene
- vertraulich und datenschutzsensibel
Die Perspektiven betroffener Frauen* stehen im Mittelpunkt unserer Arbeit.
Wir unterliegen der Schweigepflicht.
Kontakt
Fachtag: Intersektionale Diskriminierung in der Frauen*gesundheit
25.September 2026 | 14:00–17:00 Uhr | Westflügel Leipzig
Wie kann ein diskriminierungssensibles und gerechteres Gesundheitssystem für alle Frauen* gestaltet werden? Welche Auswirkungen haben Rassismus und andere Formen intersektionaler Diskriminierung auf den Zugang zur Gesundheitsversorgung? Und welche Veränderungen braucht es in Praxis, Politik und Institutionen?
Diesen Fragen widmet sich der Fachtag „Intersektionale Diskriminierung in der Frauen*gesundheit“, zu dem NURA Leipzig e.V. Fachkräfte aus dem Gesundheits- und Sozialwesen, Wissenschaftler*innen, Vertreter*innen aus Politik und Verwaltung, zivilgesellschaftliche Organisationen sowie alle Interessierten herzlich einlädt.
Im Mittelpunkt stehen die Erfahrungen von migrantischen und geflüchteten Frauen* im Gesundheitswesen sowie die Vorstellung erster Erkenntnisse aus unserem Pilotprojekt „Rassismus-Monitoring für die Frauen*gesundheit“. Fachinputs und eine interdisziplinäre Paneldiskussion bieten Raum für den Austausch über strukturelle Barrieren, gesundheitliche Teilhabe und konkrete Handlungsmöglichkeiten für eine diskriminierungssensible Gesundheitsversorgung.
Im Anschluss an den Fachtag laden wir zu einem kleinen Buffet und offenem Austausch ein. In entspannter Atmosphäre besteht die Möglichkeit, Gespräche zu vertiefen, neue Kontakte zu knüpfen und sich mit Akteur*innen aus Praxis, Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft zu vernetzen.
Die Teilnahme ist kostenfrei.
Die Anmeldung ist noch bis zum 15. September möglich.
Eine Anmeldung ist erforderlich, da die Anzahl der Plätze begrenzt ist.
Workshops für eine diskriminierungssensible Gesundheitsversorgung
Im Rahmen unseres Projekts „Rassismus-Monitoring in der Frauen*gesundheit“ bietet wir Workshops und Sensibilisierungs-Schulungen rund um Rassismus, Diskriminierung und Zugangsbarrieren im Gesundheitswesen an.
Unsere Formate verbinden fachliches Wissen mit Erfahrungen aus unserer Beratungs-, Begleitungs- und Monitoringpraxis. Dabei arbeiten wir mit konkreten Fallbeispielen und entwickeln gemeinsam Handlungsmöglichkeiten für eine diskriminierungssensible und patient*innenzentrierte Gesundheitsversorgung.
Diskriminierungssensible Gesundheitsversorgung
Für Fachkräfte und Einrichtungen des Gesundheitswesens
Wie zeigen sich Rassismus und intersektionale Diskriminierung in der Gesundheitsversorgung – und was können Fachkräfte konkret dagegen tun?
Mögliche Schwerpunkte sind:
☼ Sensibilisierung für Rassismus, Diskriminierung & Anti-Bias
☼ diversitätssensible Kommunikation & professionelles Arbeiten mit Sprachmittlung
☼ Flucht, Geschlecht & Gesundheit
☼ geschlechtsspezifische Gewalt und FGM/C
☼ Beratungs-, Unterstützungs- und Beschwerdemöglichkeiten
Die Inhalte können individuell an Einrichtung, Berufsgruppe und Bedarf angepasst werden.
Diskriminierungssensible Sprachmittlung im Gesundheitswesen
Für Sprach- und Integrationsmittler*innen Sprachmittler*innen erleben Diskriminierung im Gesundheitswesen häufig unmittelbar mit. Der Workshop stärkt sie darin, diskriminierende Situationen zu erkennen, professionell damit umzugehen und ihre eigene Rolle und ihre Handlungsmöglichkeiten zu reflektieren. Themen sind unter anderem Rollenverständnis und Grenzen, patient*innenzentrierte Kommunikation, Intervention bei Diskriminierung, Beschwerde- und Unterstützungsmöglichkeiten sowie Selbstfürsorge.
Meine Gesundheit – meine Rechte
Empowerment-Workshop für geflüchtete und migrantische Frauen* Welche Rechte habe ich als Patientin? Was bedeutet informierte Einwilligung? Was kann ich tun, wenn ich nicht verstanden, nicht ernst genommen oder diskriminiert werde? Der niedrigschwellige und auf Wunsch mehrsprachige Workshop vermittelt Wissen über Patient*innenrechte, das Gesundheitssystem sowie Beratungs- und Beschwerdemöglichkeiten und schafft Raum für Austausch und Empowerment.
Unser Ansatz
Fachkräfte sensibilisieren – Sprachmittler*innen stärken – Patient*innen empowern.
Alle Workshops können hinsichtlich Dauer, Schwerpunkt und Zielgruppe individuell angepasst werden. Gerne entwickeln wir gemeinsam mit Einrichtungen, Teams und Kooperationspartner*innen ein passendes Format.
Interesse an einem Workshop?