KOBRAnet ist eine Fachberatungsstelle, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Frauen* zu unterstützen und zu betreuen, die Opfer von Menschenhandel sind. Dies kann z.B. der Handel in die sexuelle Ausbeutung oder Zwangsprostitution sein. KOBRAnet berät darüber hinaus Betroffene von Gewalt im Namen der „Ehre“.
Wir verstehen unsere Arbeit als Hilfe zur Selbsthilfe. Ziel unserer Beratung und Betreuung ist es, die Frauen* in ihren akuten Notlagen zu unterstützen und sie zu ermutigen und zu befähigen, ihr Leben eigenständig zu gestalten.
KOBRAnet verurteilt jegliche Form von Menschenrechtsverletzungen. Deshalb engagieren wir uns für die Aufhebung rassistischer und sexistischer Diskriminierung und setzen uns, im Rahmen unserer Möglichkeiten, für die reale soziale Gleichstellung von Sexarbeitenden ein.
Tätigkeitsprofil
KOBRAnet ist landesweit als Unterstützungsangebot für Betroffene von Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung und Betroffene von Gewalt im Namen der „Ehre“ im Freistaat Sachsen tätig.
Beratung und Unterstützung für Opfer von Menschenhandel und Betroffene von Gewalt im Namen der „Ehre“
- kultursensible psychosoziale Beratung
- praktische und begleitende Angebote, z.B. Hilfen zu sicherer Unterbringung, zur finanziellen Grundsicherung, bei Behördenangelegenheiten, zur Aufenthaltssicherung
- differenzierte Information zu rechtlichen Fragen
- Vermittlung von Rechtsanwält*innen, Ärzt*innen, Psycholog*innen
- Unterstützung bei Rückkehrwunsch ins Herkunftsland
Aufsuchende Sozialarbeit im Sächsischen Prostitutionsmilieu
- Information über das konkrete Hilfsangebot von KOBRAnet sowie Aufklärung und Sensibilisierung bzgl. Menschenhandel und Gewalt im Rahmen der Ausübung der Prostitution
- Gesprächsangebot für Personen, die in Prostitution / Sexarbeit tätig sind
- Werbung für die anonymen und kostenlosen Untersuchungsangebote der Gesundheitsämter (Leipzig, Dresden, Chemnitz)
- Verteilung von Infomaterial – mehrsprachige Flyer von KOBRAnet, deutsches und mehrsprachiges Material der Deutschen Aidshilfe bzgl. HIV und STI
- Verteilung kostenloser Kondome und Softtampons
Betreuung und Begleitung von Opferzeug*innen in Ermittlungs-, Straf- und Zivilgerichtsverfahren
- Vorbereitung auf Zeug*innenaussagen durch Aufklärung über das deutsche Rechtssystem sowie die Rechte und Pflichten als Zeug*in
- Psychosoziale Begleitung während des Strafprozesses
- Kooperationen mit Landes- und Bundespolizei, LKA und BKA auf dem Gebiet des Opfer-/ Zeug*innenschutzes
Betreiben einer Schutzwohnung für Klient*innen von KOBRAnet
Vernetzung und Zusammenarbeit mit Behörden und Beratungsstellen
Aufklärungs-, Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit
Selbstverständnis
Wir leisten konkrete, unbürokratische und kostenfreie Hilfe. Dabei gewährleisten wir Vertraulichkeit und auf Wunsch auch Anonymität. Bei Bedarf werden Dolmetscher*innen hinzugezogen.
Unsere Grundsätze:
Selbstbestimmung
KOBRAnet achtet die individuellen Ressourcen der Ratsuchenden und unterstützt sie beim Treffen eigenverantwortlicher Entscheidungen. Dabei gehen wir von dem Leitgedanken aus, dass jeder Mensch das Recht hat, seine eigenen Angelegenheiten frei und ohne die Einmischung von anderen zu regeln.
Transparenz
Wir zeigen den Hilfesuchenden sowohl die Möglichkeiten als auch die Grenzen unseres
Unterstützungsspektrums nachvollziehbar auf.
Interkulturalität
Unsere Beratungsarbeit ist geprägt von Offenheit und Interesse für verschiedene Kulturen. Die Beraterinnen verfügen über eine interkulturelle Kommunikationskompetenz.
Parteilichkeit
KOBRAnet setzt sich parteilich für die Klient*innen ein, damit deren Interessen eine angemessene und wirkungsvolle Umsetzung finden.
Vernetzung & Kooperationen
Regionale und landesweite Vernetzung:
Die Arbeit von KOBRAnet wäre ohne die kontinuierliche Vernetzung mit regionalen und überregionalen Kooperationspartner*innen nicht denkbar.
Wichtige Kooperationspartner*innen sind:
- Frauen- und Männerschutzhäuser sowie Interventionsstellen
- Gesundheitsämter
- Polizei
- Migrationsberatungsstellen
- Erstaufnahmeeinrichtungen und Gemeinschaftsunterkünfte für Geflüchtete
- Ärzt*innen, Therapeut*innen
- Rechtsanwält*innen
- Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF)
- Ausländerbehörden
- Jobcenter, Sozialämter, Agentur für Arbeit
- Ordnungsämter
KOBRAnet ist in verschiedenen Arbeitskreisen tätig – u.a. in der LAG gewaltfreies Zuhause Sachsen, AK Sexarbeit Leipzig, AK Prostitution Leipzig, AK Prostitution Dresden, AK Prostitution Chemnitz
Bundesweite Vernetzung:
- Mitgliedschaft im KOK e.V., Bundesweiter Koordinierungskreis gegen Menschenhandel. Dieser, auf europäischer Ebene einzigartige, Verbund aller nationalen Fachberatungsstellen in Deutschland setzt sich dafür ein, wirksam Menschenhandel zu bekämpfen, die aufenthalts- und arbeitsrechtliche Situation von Migrant*innen zu verbessern sowie die Umsetzung nationaler und internationaler menschenrechtlicher Standards im Umgang mit den Betroffenen zu erreichen.
- Mitgliedschaft im Netzwerk OSTnet: Dieser Zusammenschluss von Fachberatungsstellen der ostdeutschen Bundesländer widmet sich in erster Linie den Themen Menschenhandel und Zwangsverheiratung sowie der Umsetzung des Prostituiertenschutzgesetzes speziell in dieser Region. Ein wichtiges Ziel von OSTnet ist durch Austausch der Erfahrungen und Bündelung der Ressourcen die Kompetenzen der Fachberatungsstellen zu stärken und zu nutzen.
Ünterstützen & Spenden
KOBRAnet ist in der konkreten Arbeit immer wieder sehr dankbar für Unterstützung und Hilfe von außen!
Folgende Möglichkeiten der Unterstützung sind denkbar:
- Ehrenamtliches Engagement – z.B. kostenloser Deutschunterricht, Nachhilfe, Unterstützung bei der aufsuchenden Sozialarbeit
- Sachspenden – Kleidung für Kinder und Frauen* werden immer wieder benötigt, aber auch Haushaltsgegenstände, Bettwäsche, Handtücher
- Ehrenamtliches Dolmetschen
- Geldspenden für die Arbeit von KOBRAnet und Bedarfe der Klient*innen
Bankverbindung:
Hillersche Villa – KOBRAnet
IBAN: DE34 3702 0500 0003 5954 07
BIC: BFSWDE33XXX
Bank für Sozialwirtschaft
Kontakt
Leipzig
KOBRAnet Leipzig
Postfach 301134
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Dresden
KOBRAnet Dresden
Postfach 120105
01002 Dresden
+49 351 / 87 32 36 10
+49 179 / 59 28 337
+49 177 / 68 75 889
+49 178 / 80 44 434
WAS
NURA ist ein feministischer Verein zur Förderung der sexuellen & reproduktiven Gesundheit und des Zugangs zu Rechten von geflüchteten und migrantischen Frauen*.
WO
Der Arbeitsschwerpunkt konzentriert sich auf Frauen*, die in Erstaufnahmeeinrichtungen und Gemeinschaftsunterkünften leben, da im Rahmen dieser Unterbringungen oft besondere Barrieren im Zugang zu Rechten und Gesundheit bestehen.
WIE
Durch die Verfügbarkeit von Wissen zu Gesundheit, Sexualität & Rechten sollen Frauen* in der Planung und Umsetzung ihrer Lebensentscheidungen sowie der Einforderung ihrer individuellen Rechte gestärkt werden.